Vintage Gin
Im Gegensatz zu den Bezeichnungen der meisten Ginsorten, handelt es sich bei dem Begriff Vintage Gin nicht etwa um eine bestimmte Herstellungsart oder um eine gewisse Geschmacksrichtung. Da der Begriff jedoch nicht geschützt ist, kann er für unterschiedliche Zwecke gedeutet und verwendet werden.
Unterschiedliche Deutung des Begriffs
Am häufigsten wird der Begriff Vintage Gin genutzt, um Gins zu beschreiben, die aktuell nicht mehr hergestellt werden und vielleicht auch in Zukunft nicht mehr produziert werden. Dabei kann es sich um eine ganze Marke handeln, beispielsweise weil die Destillerie nicht mehr existiert, oder nur um einzelne Auflagen bzw. Jahrgänge. Ähnlich wie bei Whiskey oder Wein gibt es unter Gin-Kennern einige Sammler, die sich auf den Einkauf von seltenen Jahrgängen spezialisiert haben. Diese Gins können irrsinnig teuer und schwer erhältlich sein und werden meist gar nicht getrunken, sondern aufgehoben und quasi als Wertanlage genutzt.
Doch Vintage Gins müssen nicht teuer und extrem selten, sie können durchaus erschwinglich sein, vor allem, wenn es sich weniger um bestimmte Jahrgänge, als vielmehr um so genannte „Limited Editions“ handelt. Also Gins, die in limitierter Auflage hergestellt wurden und sich beispielsweise geschmacklich von den herkömmlichen Produkten der Destillerie unterscheiden.
Doch auch jährlich immer auf die gleiche Weise produzierte Gins können durchaus als Vintage Gins bezeichnet werden. Die verwendeten Aromastoffe, auch Botanicals genannt, können schwankende Qualität und damit veränderte geschmackliche Intensität aufweisen. Dies ist häufig der Fall, wenn die Botanicals sehr selten sind, nur saisonal erhältlich, oder nicht immer von der gleichen Quelle bezogen werden können. Trotz gleichbleibender Herstellung und Zusammensetzung kann es dann passieren, dass der Gin unterschiedlich schmeckt. Einige Hersteller nutzen dies zu ihrem Vorteil und stellen Jahrgangs-Gins her, die je nach Charge deutliche Geschmacksunterschiede aufweisen.
Bei einigen Herstellern wird der Zusatz Vintage jedoch gar nicht in Bezug auf Jahrgang oder Limitation genutzt, sondern rein als Marketingbegriff. So gibt es, von Zeit zu Zeit, neu aufgelegte „antike“ Editionen. Einige Destillen bestehen seit Jahrhunderten und während sich der Geschmack und die Herstellung nicht geändert haben, so doch in fast allen Fällen die Flasche und das Design des Labels. Für Sondereditionen, die häufig den Beinamen Vintage tragen, werden diese Flaschen und Etiketten also quasi neu aufgelegt.
Darüber hinaus verwenden einige traditionelle Destillerien den Begriff Vintage auch durchaus als Hinweis auf die, unveränderte, Herstellungsweise. Dabei kann es sich um das Beibehalten jahrhundertealter Rezepte und Zutaten handeln, oder auch um die Anlage in der der Gin destilliert wird.
Bekannte Vintage Gins
Der wohl bekannteste Vintage Gin, ist der Blackwood Vintage Dry Gin. Dieser, in Schottland produzierte Gin, gilt deshalb als Vintage, da er nur in einer begrenzten Menge abgefüllt wird. Zwar wird der Alkohol quasi am laufenden Band produziert, jedoch sind pro Jahr nur genauso viele Flaschen erhältlich, wie es Einwohner auf den Shetlandinseln, der Heimat dieses Gins, gibt.
Der Gin von Gansloser hingegen wird sogar nur begrenzt hergestellt. Drei Mal im Jahr wird hier destilliert, doch jedes Mal eine unterschiedliche Version. Auch die berühmte deutsche Gin-Marke Monkey 47 aus dem Schwarzwald stellt einige Vintage Gins her. Von einigen Editionen gibt es lediglich eine Auflage von 1.000 Flaschen. Sind diese ausverkauft, ist auch nicht geplant diese noch einmal zu produzieren. Zudem nutzt Monkey 47 auch ein Vintage Design: die braunen, verkorkten Flaschen erinnern an alte Apotheken.
Die Geschichte des Gins
Wie bereits erwähnt, gibt es einige Destillen bereits seit mehreren hundert Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass das Getränk selbst, noch um einiges älter ist. Der Gin, wie wir ihn heute kennen, geht auf den Alkohol Genever, oder auch Jenever zurück. Dieser wurde, laut Überlieferung bereits im 11. Jahrhundert von Mönchen als Medizin genutzt. Im 16. stieß ein Mediziner an der Leidener Universität, bei der Suche nach einem Mittel gegen Magen- und Nierenleiden, auf ein altes Rezept, welches eine Mischung aus Alkohol und Wacholderbeeren empfiehl. Kurz darauf wird auch bereits die erste offizielle Destillerie in Amsterdam gegründet und der Genever zum Nationalgetränk der Holländer. Der Name stammt höchstwahrscheinlich vom französischen Wort für Wacholder „Genièvre“, bzw. dem holländischen Wort „jeneverbes“.
Den Alkohol Genever gibt es bis heute und er stellt eine eigenen Ginsorte dar. Im Gegensatz zu herkömmlichem Gin, wird hier zu Herstellung des Rohalkohols Getreide-Maische verwendet. Dies resultiert in einem malzigen Beigeschmack. Dem typischen Gin, wie wir ihn heute kennen, liegt meist ein Alkohol aus Getreide oder Kartoffeln zugrunde. Daran sind quasi die Engländer „schuld“.
Ende des 16. Jahrhundert, während des Holländisch-Spanischen Kriegs, entsandte das Britische Königreich Unterstützung für die Niederlande. So lernten die englischen Soldaten den, bei niederländischen Truppen und Zivilisten gleichermaßen beliebten, Genever kennen. Allerdings hatten die Engländer einige Schwierigkeiten den Namen richtig auszusprechen, also wurde das Getränk kurzerhand mit Gin abgekürzt. Die Spirituose war so beliebt, dass sie nach Kriegsende in das Heimatland importiert und dort bekannt gemacht wurde.
Lange Zeit blieb der Gin jedoch in erster Linie bei Soldaten beliebt. Zumeist wurden französische Weine und Spirituosen bevorzugt. Dies änderte sich Ende des 17. Jahrhunderts, als der König ein Importverbot für französische Waren erließ. Wilhelm III. war übrigens gebürtiger Holländer und laut Überlieferung ein großer Fan des niederländischen Nationalgetränks. Da nun auch kein französischer Alkohol mehr erhältlich war, musste die Bevölkerung also eine Alternative finden. Zusätzlich erlaubte der „Distilling Act“ von 1690 jedem Briten, aus Getreide Alkohol zu brennen. Gleichzeitig stieg der Bierpreis durch neue Zollgesetze immer mehr an. Einem Großteil der Bevölkerung blieb also quasi gar nichts anderes übrig, als auf Gin umzusteigen.
Je beliebter der Wacholder-Schnaps wurde, desto mehr Destillen entstanden und umso mehr wurde die Herstellungsart angepasst und verfeinert. So wurde aus dem holländischen Genever der berühmte englische Gin, der sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.
Vintage Gin
Im Gegensatz zu den Bezeichnungen der meisten Ginsorten, handelt es sich bei dem Begriff Vintage Gin nicht etwa um eine bestimmte Herstellungsart oder um eine gewisse...
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Vintage Gin
Im Gegensatz zu den Bezeichnungen der meisten Ginsorten, handelt es sich bei dem Begriff Vintage Gin nicht etwa um eine bestimmte Herstellungsart oder um eine gewisse Geschmacksrichtung. Da der Begriff jedoch nicht geschützt ist, kann er für unterschiedliche Zwecke gedeutet und verwendet werden.
Unterschiedliche Deutung des Begriffs
Am häufigsten wird der Begriff Vintage Gin genutzt, um Gins zu beschreiben, die aktuell nicht mehr hergestellt werden und vielleicht auch in Zukunft nicht mehr produziert werden. Dabei kann es sich um eine ganze Marke handeln, beispielsweise weil die Destillerie nicht mehr existiert, oder nur um einzelne Auflagen bzw. Jahrgänge. Ähnlich wie bei Whiskey oder Wein gibt es unter Gin-Kennern einige Sammler, die sich auf den Einkauf von seltenen Jahrgängen spezialisiert haben. Diese Gins können irrsinnig teuer und schwer erhältlich sein und werden meist gar nicht getrunken, sondern aufgehoben und quasi als Wertanlage genutzt.
Doch Vintage Gins müssen nicht teuer und extrem selten, sie können durchaus erschwinglich sein, vor allem, wenn es sich weniger um bestimmte Jahrgänge, als vielmehr um so genannte „Limited Editions“ handelt. Also Gins, die in limitierter Auflage hergestellt wurden und sich beispielsweise geschmacklich von den herkömmlichen Produkten der Destillerie unterscheiden.
Doch auch jährlich immer auf die gleiche Weise produzierte Gins können durchaus als Vintage Gins bezeichnet werden. Die verwendeten Aromastoffe, auch Botanicals genannt, können schwankende Qualität und damit veränderte geschmackliche Intensität aufweisen. Dies ist häufig der Fall, wenn die Botanicals sehr selten sind, nur saisonal erhältlich, oder nicht immer von der gleichen Quelle bezogen werden können. Trotz gleichbleibender Herstellung und Zusammensetzung kann es dann passieren, dass der Gin unterschiedlich schmeckt. Einige Hersteller nutzen dies zu ihrem Vorteil und stellen Jahrgangs-Gins her, die je nach Charge deutliche Geschmacksunterschiede aufweisen.
Bei einigen Herstellern wird der Zusatz Vintage jedoch gar nicht in Bezug auf Jahrgang oder Limitation genutzt, sondern rein als Marketingbegriff. So gibt es, von Zeit zu Zeit, neu aufgelegte „antike“ Editionen. Einige Destillen bestehen seit Jahrhunderten und während sich der Geschmack und die Herstellung nicht geändert haben, so doch in fast allen Fällen die Flasche und das Design des Labels. Für Sondereditionen, die häufig den Beinamen Vintage tragen, werden diese Flaschen und Etiketten also quasi neu aufgelegt.
Darüber hinaus verwenden einige traditionelle Destillerien den Begriff Vintage auch durchaus als Hinweis auf die, unveränderte, Herstellungsweise. Dabei kann es sich um das Beibehalten jahrhundertealter Rezepte und Zutaten handeln, oder auch um die Anlage in der der Gin destilliert wird.
Bekannte Vintage Gins
Der wohl bekannteste Vintage Gin, ist der Blackwood Vintage Dry Gin. Dieser, in Schottland produzierte Gin, gilt deshalb als Vintage, da er nur in einer begrenzten Menge abgefüllt wird. Zwar wird der Alkohol quasi am laufenden Band produziert, jedoch sind pro Jahr nur genauso viele Flaschen erhältlich, wie es Einwohner auf den Shetlandinseln, der Heimat dieses Gins, gibt.
Der Gin von Gansloser hingegen wird sogar nur begrenzt hergestellt. Drei Mal im Jahr wird hier destilliert, doch jedes Mal eine unterschiedliche Version. Auch die berühmte deutsche Gin-Marke Monkey 47 aus dem Schwarzwald stellt einige Vintage Gins her. Von einigen Editionen gibt es lediglich eine Auflage von 1.000 Flaschen. Sind diese ausverkauft, ist auch nicht geplant diese noch einmal zu produzieren. Zudem nutzt Monkey 47 auch ein Vintage Design: die braunen, verkorkten Flaschen erinnern an alte Apotheken.
Die Geschichte des Gins
Wie bereits erwähnt, gibt es einige Destillen bereits seit mehreren hundert Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass das Getränk selbst, noch um einiges älter ist. Der Gin, wie wir ihn heute kennen, geht auf den Alkohol Genever, oder auch Jenever zurück. Dieser wurde, laut Überlieferung bereits im 11. Jahrhundert von Mönchen als Medizin genutzt. Im 16. stieß ein Mediziner an der Leidener Universität, bei der Suche nach einem Mittel gegen Magen- und Nierenleiden, auf ein altes Rezept, welches eine Mischung aus Alkohol und Wacholderbeeren empfiehl. Kurz darauf wird auch bereits die erste offizielle Destillerie in Amsterdam gegründet und der Genever zum Nationalgetränk der Holländer. Der Name stammt höchstwahrscheinlich vom französischen Wort für Wacholder „Genièvre“, bzw. dem holländischen Wort „jeneverbes“.
Den Alkohol Genever gibt es bis heute und er stellt eine eigenen Ginsorte dar. Im Gegensatz zu herkömmlichem Gin, wird hier zu Herstellung des Rohalkohols Getreide-Maische verwendet. Dies resultiert in einem malzigen Beigeschmack. Dem typischen Gin, wie wir ihn heute kennen, liegt meist ein Alkohol aus Getreide oder Kartoffeln zugrunde. Daran sind quasi die Engländer „schuld“.
Ende des 16. Jahrhundert, während des Holländisch-Spanischen Kriegs, entsandte das Britische Königreich Unterstützung für die Niederlande. So lernten die englischen Soldaten den, bei niederländischen Truppen und Zivilisten gleichermaßen beliebten, Genever kennen. Allerdings hatten die Engländer einige Schwierigkeiten den Namen richtig auszusprechen, also wurde das Getränk kurzerhand mit Gin abgekürzt. Die Spirituose war so beliebt, dass sie nach Kriegsende in das Heimatland importiert und dort bekannt gemacht wurde.
Lange Zeit blieb der Gin jedoch in erster Linie bei Soldaten beliebt. Zumeist wurden französische Weine und Spirituosen bevorzugt. Dies änderte sich Ende des 17. Jahrhunderts, als der König ein Importverbot für französische Waren erließ. Wilhelm III. war übrigens gebürtiger Holländer und laut Überlieferung ein großer Fan des niederländischen Nationalgetränks. Da nun auch kein französischer Alkohol mehr erhältlich war, musste die Bevölkerung also eine Alternative finden. Zusätzlich erlaubte der „Distilling Act“ von 1690 jedem Briten, aus Getreide Alkohol zu brennen. Gleichzeitig stieg der Bierpreis durch neue Zollgesetze immer mehr an. Einem Großteil der Bevölkerung blieb also quasi gar nichts anderes übrig, als auf Gin umzusteigen.
Je beliebter der Wacholder-Schnaps wurde, desto mehr Destillen entstanden und umso mehr wurde die Herstellungsart angepasst und verfeinert. So wurde aus dem holländischen Genever der berühmte englische Gin, der sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.